• Damit es summt und brummt

Damit es summt und brummt

14.05.2020

Online-Voting – Sie, liebe Leser, haben beim Online-Voting Anfang Mai entschieden: Sie möchten mehr über Gartenpflanzen erfahren, die besonders nützlich für Insekten sind. Die Gartenexperten von JardinSuisse sagen Ihnen, wie es mit dem insektenfreundlichen Garten oder Balkon klappt.

Überall da, wo es blüht und grünt, fühlen sich auch Wildbienen, Raupen, Schmetterlinge und Käfer zu Hause. Wer seinen Garten oder Balkon in ein artenreiches Insektenparadies verwandeln will, setzt auf eine möglichst breite Pflanzenvielfalt. Mit Wildstauden wie Natternkopf, Schafgarbe oder Wiesensalbei wird eine Vielzahl von Insekten wie Wildbienen, Hummeln, Käfer oder Schmetterlinge angelockt. Die Blütenpflanzen sind nicht nur schön anzusehen, sie sind auch ein wichtiger Teil des facettenreichen Kreislaufs der Natur. Es ist ein Geben und Nehmen: Blütenstauden ernähren mit ihrem Nektar die Wildbienen, diese bestäuben im Gegenzug die Blüten, damit Früchte und schliesslich Samen entstehen können. Legt man im Garten besonderes Augenmerk auf Pflanzen, die bei Insekten beliebt sind, leistet man einen wichtigen Beitrag für mehr Natur im Siedlungsraum – egal, ob auf dem Land oder in der Stadt. 

  

(v.l.n.r): Das Patagonische Eisenkraut (Verbena bonariensis) lockt diverse Schmetterlinge an. An den hohen Stängeln landet der Schwalbenschwanz besonders elegant. Kleiner Dickkopffalter, der sich am süssen Nektar der Schafgarbe labt. Ein frisch geschlüpfter Distelfalter geniesst den Nektar einer schmalblättrigen Zinnie (Zinnia angustifolia).

In einer aktuellen Studie zeigen Forschende der Universität Basel auf, dass gerade Gärten im Stadtgebiet eine bemerkenswerte Artenvielfalt beherbergen können. Mit einer naturnahen Gestaltung und Pflege des Gartens, so ihr Fazit, lässt sich ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Förderung der Biodiversität leisten. In den 35 untersuchten Gär- ten in der Region Basel wiesen sie insgesamt 254 verschiedene Insektenarten nach. Der Fokus der Studie lag dabei auf der Erfassung nicht-flugfähiger Kleinsttiere wie Ameisen, Käfer oder Tausendfüssler.

Ganzjähriges Angebot bereitstellen

Neben einheimischen Wildpflanzen sind auch Gartenformen und Zierpflanzen aus anderen Regionen der Welt wertvolle Nahrungsquellen für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Zusätzlich zu den Pflanzen schätzen Insekten auch Rückzugsmöglichkeiten in Form von Stein- oder Asthaufen sowie winterliche Strukturen wie stehengelassene Pflanzenstängel. Als wichtigster Grundsatz gilt dabei: Wer Insekten fördern will, verzichtet auf das Ausbringen von Pestiziden. Mit einem biodivers bepflanzten Garten, der möglichst das ganze Jahr hindurch ein reiches Angebot an Blüten und Früchten bereithält, lässt sich auf wenigen Quadratmetern viel erreichen.

 

Weissblühend (v.l.n.r): Fächerblume, Präriekerze, Schmuckkörbchen, Lobelie. Violett-blaublühend (v.l.n.r): Lavendel, Verbene, Salbei, Strauchbasilikum, Katzenminze und Lobelie. Sie alle sind wertvolle «Bienenpflanzen» für den Garten oder Balkon. (Bild links). Eine insektenfreundliche Terrasse ist im Handumdrehen eingerichtet. Im Vordergrund (v.l.n.r): Strauchbasilikum, Rudbeckie, Dahlie, Wandelröschen, Hybrid-Fingerhut. (Bild rechts)

Auf beliebte Futterpflanzen setzen

Das Nahrungsangebot für Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten lässt sich durch die Kombination verschiedener Pflanzenarten gezielt zusammenstellen. Gartencenter und Gärtnereien bieten vielseitige Sortimente an, die der Insektenwelt Gutes tun. Oftmals sind Samenmischungen oder Pflanzen, die als besonders insektenfreundlich gelten, speziell gekennzeichnet. Die verschiedenen Insektenarten haben ihre jeweiligen «Lieblingspflanzen». Daher ist es sinnvoll, unterschiedliche Gewächse zu kombinieren. Die Rüebliraupe – die sich später in einen Schwalbenschwanz verwandelt – trifft man oft auf Doldenblütlern wie der Wilden Möhre an. Der schmucke Pinselkäfer wiederum mag Rosen, und die Holzbiene umschwärmt gerne blühende Salbeipflanzen aller Art.

 

Königskerzen liefern Wildbienen (im Bild eine Schmalbiene Lasioglossum) und Konsorten Nektar und haufenweise Blütenpollen. (Bild links). Diese Garten-Wollbiene (Anthidium sp.) schabt als Baumaterial für ihre Brutzellen die Wolle eines Currykrauts (Helichrysum italicum) ab. (Bild rechts).

Kein Ort zu klein, ein Insektenparadies zu sein

Um etwas für die Insekten zu tun, braucht es nicht zwingend einen eigenen Garten. Auch einige mit Wildstauden oder nektarspendenden Zierpflanzen bestückte Töpfe auf der Fensterbank oder dem Balkon leisten einen wichtigen Beitrag und bieten überdies schöne Beobachtungsmöglichkeiten aus nächster Nähe. Kaum öffnen sich nämlich die ersten Blüten, sind Wildbiene & Co. auch schon im Anflug.

 

Das Strauchbasilikum ist DIE Lieblings-Bienenweide schlechthin! (Bild links). Wer Königskerzen und Lavendel in seinem Garten weiss, hört es von frühmorgens bis spätabends summen und brummen. (Bild rechts).

Insektenfreundlicher Balkon

Balkon und Terrasse verwandeln sich mit ein paar Pflanzentöpfen schnell in ein umschwärmtes Insektenparadies. Achten Sie darauf, dass die Gefässe einen guten Wasserabzug haben und genügend gross sind. Lassen Sie sich bezüglich des verwendeten Pflanzsubstrats beraten. Kräuter und einheimische Wildstauden bevorzugen beispielsweise nährstoffarme Böden. Diese Pflanzen eignen sich für den Balkon:

Ein- und Zweijährige

  • Kapuzinerkresse
  • Mohn
  • Kornblume
  • Lein
  • Wilde Möhre
  • Natternkopf
  • Königskerze

Mehrjährige Blütenstauden, in diversen Arten und Sorten

  • Lavendel
  • diverse einheimische Nelkenarten
  • (Zier-)Salbei
  • Glockenblumen
  • Schafgarbe
  • Resede
  • Ysop
  • Bohnenkraut
  • Oregano

…und viele mehr! Gärtnereien und Gartencenter haben ein grosses Sortiment an Insektenpflanzen und bieten die entsprechende Beratung dazu.

Ein grün glänzender Rosenkäfer und ein Schmalbock treffen sich bei der Pollenmahlzeit auf einer Schafgarbe.
Bekanntester, blütenbesuchender Luftakrobat: das Taubenschwänzchen an Katzenminze.
Auch die Honigbienen lieben Lavendel über alles – so sehr dass sie den ganzen Tag kaum einmal eine Pause einlegen.

WEITERE INFOS

Die Broschüre «Blumen für Bienen» von JardinSuisse hält weitere Tipps bereit. Kostenloser Download unter: www.jardinsuisse.ch/insektenpflanzen